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Freitag 04.11.2005 20.00 h | Rudolf-Oetker-Halle
Ernst Lubitisch:
So this is Paris

In sich gegenüberliegenden Beletage-Wohnungen leben ein Arztehepaar und ein junger Mann, der sich zum lyrischen Tänzer berufen fühlt. Wohl wissend, dass er beobachtet wird, posiert der Jüngling jeden Morgen mit nacktem Oberkörper am offenen Fenster seiner Wohnung. Sein Anblick entfacht sowohl die erotischen Phantasien der Arztgattin als auch die Eifersucht ihres Mannes. Aber schon bald bietet sich für den Ehemann die Gelegenheit seiner Frau ihre Schwärmerei heimzuzahlen.

›So this is Paris‹ ist die letzte der fünf Roaring Twenties-Komödien, die Lubitsch zwischen 1924 und 1926 inszenierte. Sein Film ist eine Gesellschaftssatire, eine gutgelaunte Parodie auf tanzende Scheichs, Jazz-Groupies und Möchtegern-Frauentauscher. Im Kaleidoskop aus Täuschungsmanövern, falschen Identitäten und Freud'scher Symbolik agieren die Darsteller mit beschwipster Leichtigkeit. Sie lassen alle Bosheiten locker und das Lockere boshaft aussehen.

Als Anhaltspunkte seiner Musikillustration des im Paris der 20er Jahre spielenden Films benutzt der international renommierte Spezialist für Stummfilmmusik Helmut Imig orientalische Versatzstücke und Charleston-Elemente. Die zeitweilige Operettenhaftigkeit entsteht durch die Nähe der Filmhandlung zur Fledermaus von Johann Strauß. Die Musik zu ›So this is Paris‹ ist keine Neukomposition, sondern eine Kompilation. Zur Rechtfertigung seiner »diebischen« Tätigkeit zitiert Imig Poulenc, der einst sagte, es müsse auch Leute geben, die sich mit den Akkorden anderer Komponisten begnügen.


USA, 1926

Regie:
Ernst Lubitsch
Drehbuch:
Hans Kraly
Kamera:
John Mescal

Darsteller:
Monte Blue,
Patsy Ruth Miller,
André Beranger,
Myrna Loy,
Lilian Tashman


Länge: ca. 73 Minuten


  > impressum   Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld e.V.   © 2005