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Freitag 03.11.2006 20.00 h | Rudolf-Oetker-Halle
Friedrich Wilhelm Murnau:
Der letzte Mann


Der alternde Portier des Berliner Hotels »Atlantic« verdankt seiner prächtigen Uniform Selbstwertgefühl und Anerkennung. Vor der Drehtür ist er der stolze Diener, zuhause im Arbeitermilieu ein geachteter Mann. Doch der Geschäftsführer des Hotels degradiert den Portier zum Toilettenmann. Zuhause wagt der Alte nicht, seinen Abstieg einzugestehen. Als seine Nichte heiratet, stiehlt er sogar seine alte Uniform, um den Schein zu wahren. Doch der Schwindel fliegt auf. Verlacht und gedemütigt verkriecht sich der Portier in den Waschraum der Hoteltoilette. Doch eines Tages geschieht ein Wunder...

›Der letzte Mann‹ stellt in der Entwicklung der Filmtechnik einen Höhepunkt dar. Neben Überblendungen und Spezialeffekten wenden Murnau und sein Kameramann Karl Freund erstmalig ein Verfahren an, das als »entfesselte Kamera« berühmt wurde. Legendär wurde eine Kamerafahrt, die den fliegenden Ton einer Trompete visualisiert. Murnau und Freund gelang es dadurch, sich vom Theater zu lösen und neue kinotypische Bilder zu gestalten. Der Erfolg des Films ›Der letzte Mann‹ sicherte Friedrich Wilhelm Murnau die Fahrkarte nach Hollywood.

Der Bielefelder Komponist und Dirigent Bernd Wilden komponierte für ›Der letzte Mann‹ eine neue Musik, die mit den Hagener Symphonikern im Rahmen des 17. Film+MusikFestes ihre Welturaufführung erlebt. In seiner Komposition finden sich neben Einflüssen der Spätromantik und der klassischen Moderne auch neuere Techniken, sowie Einflüsse der Filmmusik nach 1950. Da das Verständnis für das Gehörte im Film wesentlich durch das Gesehene bestimmt wird, darf sich laut Wilden der Komponist alles erlauben, solange es nur zum Film passt.



Deutschland, 1924


Regie:
Friedrich Wilhelm Murnau
Drehbuch:
Carl Mayer
Kamera:
Karl Freund

Darsteller:
Emil Jannings, Maly Delschaft,
Max W. Hiller, Emilie Kurz


Länge: 89 Minute

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