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Samstag 04.11.2006 20.00 h | Rudolf-Oetker-Halle
Sergej Eisenstein:
Panzerkreuzer Potemkin

Russland im Jahr 1905: der russisch-japanische Krieg wirft seinen Schatten auch auf die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer. Die Disziplin der Marine ist nur mit harten Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Wegen ungenießbarer Mannschaftsverpflegung herrscht Aufruhr auf dem vor Odessa liegenden Kriegsschiff ›Fürst Potemkin‹. Als sich die Zustände weiter verschlechtern, kommt es zu einer Meuterei. Trotz des Verlustes ihres Anführers siegen die Meuterer und werfen die Offiziere über Bord. Die Einwohner Odessas solidarisieren sich mit den Forderungen der Matrosen und versorgen sie mit Lebensmitteln. Beinahe die ganze Stadt versammelt sich auf der Hafentreppe, um Verbundenheit mit den Meuterern zu demonstrieren. Doch die zaristischen Truppen richten unter den friedlichen Menschen ein Massaker an.

›Panzerkreuzer Potemkin‹ gilt im Bereich der Montage als einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten. Bei der Rekonstruktion der historischen Ereignisse verkehrt Sergej Eisenstein die Wahrheit im Namen der Wahrscheinlichkeit. Die Kraft der Inszenierung verleiht einigen Szenen historische Glaubwürdigkeit, obwohl sie der Phantasie des Regisseurs entsprungen sind. Die emotionale Wirkung der von Eisenstein entwickelten ›Montage der Attraktionen‹ erreicht ihren Höhepunkt in der gut sechsminütigen Treppensequenz, die später in unzähligen Filmen zitiert werden soll. Die Schnittkomposition ist bestimmt von visuellen Kontrasten, die die Gegensätze zwischen den gegnerischen Parteien widerspiegeln und beim Zuschauer möglichst starke Reaktionen hervorrufen sollen. Obwohl die Szene rein fiktiv ist, machte sie die Potemkinsche ›Treppe von Odessa‹ weltberühmt.

Rolf Sudmann und sein Club der Visionäre begleiten den Film.


UdSSR 1925

Regie:
Sergej M. Eisenstein
Drehbuch:
Nina Agadshanova
Kamera:
Eduard Tisse,
Vladimir Popov




Darsteller:
Alexander Antonov,
Vladimir Barsky, Grigorij Alexandrov


Länge: 95 Minuten

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