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Samstag 15.11.2008 20.00 h | Rudolf-Oetker-Halle
Ewald Andre Dupont: Varieté

aBoss Huller betreibt mit seiner Frau eine billige Jahrmarktsbude, die einem lüsternen Publikum erotische »Sensationen« präsentiert. Doch der ehemalige Artist sehnt sich nach dem glanzvollen Leben der Zirkusarenen und Varietes zurück. Als er die heimatlose Waise Berta-Marie kennen lernt, verlässt er Frau und Kind und flieht mit ihr nach Berlin. Er macht die Geliebte zur Partnerin des berühmten Trapezkünstlers Artinelli. Der Salto mortale der Beiden avanciert zur umjubelten Attraktion. Als Huller erfährt, dass Artinelli Berta-Marie verführt hat, wird eine akrobatische Nummer zum Spiel auf Leben und Tod.

Varieté beginnt mit der Beichte eines Mörders, der nach Jahren endlich sein Schweigen bricht. Die Rahmenhandlung ist noch von der Ästhetik des Expressionismus geprägt. Die Geschichte wird im Stil der Neuen Sachlichkeit mit der aktuellen Wirklichkeit verklammert. Die Parade der »Tiller-Girls«, der Berliner Wintergarten mit seinem Sternenhimmel, die Shownummern und der Verkehr auf der nächtlichen Friedrichstraße sind als reale Elemente in die Geschichte hineinmontiert. ›Varieté‹ überwältigte die Zuschauer (der Film zählte zu den größten Exporterfolgen der Ufa) mit nie gesehenen Bilder und spektakulären Perspektiven.

Das seit 1984 bestehende Kreuzberger Salonorchester kreiert mit seiner aufwendig arrangierten Begleitmusik eine authentische Atmosphäre der Zeit. Mit Professionalität, Einfühlungsvermögen und Ernsthaftigkeit gelingt es den Musiker, wohldosierte Ironiefunken aufblitzen zu lassen und so das Filmgeschehen zu kommentieren.


Deutschland, 1925


Regie:
Ewald Andre Dupont
Drehbuch:
Ewald Andre Dupont
Kamera:
Karl Freund

Darsteller:
Emil Jannings, Lya de Putti, Warwick Ward, Maly Delschaft

Länge: 102 Minuten

  > impressum   Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld e.V.   © 2008