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Freitag 02.11.2012 20.00 h | Rudolf-Oetker-Halle
Ewald Andre Dupont:
Das alte Gesetz
Begleitung: Giora Feidman und Günter Buchwald

Mitte des 19. Jahrhunderts: In einem galizischen Schtetl entdeckt Baruch, der Sohn des Rabbiners, seine Liebe zur Schauspielerei. Gegen den Willen seines Vaters verlässt er das Ghetto, um sich einem Wandertheater anzuschließen. Durch einen Zufall wird er von der österreichischen Erzherzogin Elisabeth Theresia entdeckt. Sie findet Gefallen an dem jungen Mann, ihre Beziehungen verschaffen ihm ein Engagement am Wiener Burgtheater. Dort steigt Baruch zum umjubelten Bühnenstar auf. Eines Tages besucht sein Vater eine Vorstellung des von ihm verstoßenen Sohnes. Tief bewegt erkennt er die Gnade Gottes in Baruchs Schauspielkunst. Endlich kommt es zwischen Vater und Sohn zur Aussprache. Versöhnt kehren beide heim in das heimatliche Dorf, in dem Baruchs Jugendliebe Esther immer noch auf ihn wartet.

Das alte Gesetz gilt als der letzte und zugleich erfolgreichste Stummfilm, der den Konflikt zwischen jüdischer Tradition, individuellen Wünschen und den Forderungen nach Assimilation behandelt. Dupont versteht es meisterlich, die Atmosphäre der so gegensätzlichen Welten des Ostjudentums und des Theaters sichtbar zu machen. Beide Systeme sind mit ihren Ritualen und Traditionen in sich geschlossen und gehorchen eigenen Gesetzen. Die Filmkritikerin Lotte Eisner bezeichnet Dupont als Augenmensch, der weiß Nuancen bewegt wiederzugeben, sie schimmernd zu belegen und seine Licht-und Schattenspiele unendlich reizvoll zu variieren.

Der 1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Buenos Aires geborenen Klarinettist Giora Feidman ist der bekannteste Instrumentalsolist der Klezmer-Musik. Auftritte in Filmen wie ›Jenseits der Stille‹ und ›Comedian Harmonists‹ sowie seine Mitarbeit bei der Filmmusik zu ›Schindlers Liste‹ machten ihn einem breiten Publikum bekannt. Mit seiner Kunst hält Giora Feidman die Erinnerung an die Musik der Juden Osteuropas wach, die ein Lebensgefühl zwischen Melancholie, Verzweiflung und ausgelassener Freude ausdrückt. Feidman ist zum zweiten Mal Gast des Film+MusikFest. Günter A. Buchwald ist einer der weltweit wenigen Filmmusikspezialisten, der sich seit den 1970er Jahren dem kreativen Spannungsfeld als improvisierender Musiker, Dirigent und Komponist widmet. Buchwald spielt Klavier, Orgel, Violine und gelegentlich auch ungewöhnliche Instrumente.


Deutschland 1923

Regie: Ewald Andre Dupont
Drehbuch: Paul Reno unter Verwendung der Memoiren von Heinrich Laube
Kamera: Theodor Sparkuhl
Darsteller: Henny Porten, Ruth Weyer, Heinrich Laube, Ernst Deutsch, Werner Krauss

Länge: 120 Minuten


     
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