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Freitag 08.11.2013 | 20.00 h | Rudolf-Oetker-Halle
Friedrich Wilhelm Murnau:
Faust - eine deutsche Volkssage
Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von Bernd Wilden

Erzengel Gabriel und der Teufel schließen eine Wette. Mephisto behauptet, er könne jeden Menschen vom Weg Gottes abbringen, Gabriel hält dagegen. Der Gelehrte Faust soll die Testperson sein. Um ihn zu verführen, lässt Mephisto das Land von der Pest heimsuchen. Kranke und Sterbende flehen Faust um Hilfe und Rettung an. Da dieser trotz seiner Gebete keine Hilfe von Gott erhält, sucht er Rat beim Teufel. Um ihn für sich zu gewinnen, verspricht Mephisto Faust die Rettung der Menschheit von der Pest, ewige Jugend und alle Schätze dieser Welt. Faust lässt sich auf den Pakt ein und verschreibt dem Teufel als Unterpfand seine Seele. Fortan muss Mephisto Faust alle Wünsche erfüllen. Aber der wird seine Wette verlieren, denn der Versucher kennt das mächtige Wort ›Liebe‹ nicht.

Murnaus Faust – eine deutsche Volkssage verwebt Motive aus dem Volksbuch Historia von Doktor Johann Fausten – dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler (1587) mit Elementen aus den Dramatisierungen durch Christopher Marlowe und J. W. Goethe. Anhand dieser Vorlage konzentriert sich F
.W. Murnau ganz auf die zentralen Figuren des Stoffes wie das Verhältnis zwischen Verführer und Verführtem oder die Beziehung zwischen Faust und Gretchen. Doch zeigt das ›Vorspiel im Himmel‹ bereits den Hauptcharakterzug des Films; die ausgeklügelte Kamera- und Tricktechnik, die Murnaus Werk eine beeindruckende visuelle Kraft verleiht.

Als der Film 1926 uraufgeführt wird, steht Murnau auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Nur so ist es ihm möglich, die Grenzen der damaligen filmischen Möglichkeiten voll auszuloten. Er setzt auf Effekte und spektakuläre Doppelbelichtungen. Gesichter, Gegenstände, Landschaften, Naturerscheinungen werden ›gestaltet‹, Murnau überlässt nichts dem Zufall. Für das Bühnenbild verwenden Robert Herlth und Walter Röhrig Elemente des Expressionismus und Motive der Malerei Casper David Friedrichs und Lovis Corinths.

In seinem Faust-Film findet Murnau eine Erzählweise, die den Film zu einem Epos von Verwandlung und Überwindung sowohl der Zeit als auch des Raumes werden lässt. Dementsprechend schöpft Bernd Wildens Musik aus dem reichen Fundus abendländischer Musikgeschichte. Neben dem Vokabular der Spätromantik und der klassischen Moderne finden sich auch neuere Kompositionstechniken sowie Einflüsse mittelalterlicher Gregorianik und der Filmmusik nach 1950. Im Auftrag der Murnau-Gesellschaft schuf Bernd Wilden für Faust eine neue Musik, die mit den Bielefelder Philharmonikern beim 24.Film+MusikFest ihre Welturaufführung erlebt.


Deutschland 1926

Regie: F.W. Murnau
Drehbuch: Hans Kyser
Darsteller: Gösta Ekman,
Emil Jannings, Camilla Horn, Yvette Guilbert, Wilhelm Dieterle


Länge: 106 Minuten


     
> impressum Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld e.V. © 2013