Bielefeld, die Murnaustadt?
Bonn, die Beethovenstadt.
Bayreuth, die Wagnerstadt.
Bielefeld, die Murnaustadt?
Bis in die 1980er-Jahre spielt Murnau in Bielefeld nur eine Nebenrolle. Die Volkshochschule nannte ihr ambitioniertes Kinoprogramm seit 1972 „Murnau-Filmforum“; 1976 zeigte das Programmkino „Kamera“ eine Woche lang Murnau-Filme anlässlich seines 45sten Todestags, in dessen Rahmen der Bielefelder Fotograf und Murnau-Fan Heinrich Gräfenstein erstmals einen Bielefelder Filmpreis forderte.
1988 wurde dieser Wunsch Wirklichkeit: Zum 100sten Geburtstag wurde der Bielefelder Murnau-Filmpreis erstmals vergeben, an den französischen Filmregisseur und Murnau-Kenner Eric Rohmer, der in seiner Dissertation die spektakuläre Raumorganisation in Murnaus Faustfilm untersucht hatte und Zeit seines Lebens auf dessen filmhistorische Bedeutung verwies. Im Historischen Saal der Ravensberger Spinnerei wurde die von Heinrich Gräfenstein, Klaus Kreimeier und Hartmut Redottée erarbeitete, bisher größte Ausstellung zu Leben und Werk Murnaus vorgestellt. Gräfenstein und sein Studioteam hatten die Fotoausstellung mit ca. 50 Schautafeln und Objekten konzipiert und gestaltet. Enno Patalas, Filmkritiker, -restaurator, Murnauforscher und langjähriger Leiter des Münchner Filmmuseums zeigte im Rahmen einer Retrospektive die von ihm restaurierte Fassung des „Nosferatu“.




